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... Als Obmann des Stadtsportverbandes schlägt Stobbes Herz bereits seit zwölf Jahren für das Sportabzeichen. Dabei ist er nicht nur der Mann, der mit der Stoppuhr und dem Maßband die Leistungen erfasst. Seine Unterstützung reicht weiter: Stobbe versteht sich auch als Trainer, Motivator und Begleiter, der seine sportliche Heimat in der Leichtathletik gefunden hat.
"Zu meinem Amt bin ich damals ganz einfach gekommen: Mein Vorgänger sagte einfach "du machst das", und nun mache ich es", sagt der der sportbegeisterte 70-Jährige schmunzelnd. Selbstredend, dass ihm das goldene Sportabzeichen alles andere als unbekannt ist: Gerade nahm er sein 30. entgegen. Und solange er kann, will er jedes Jahr ein weiteres haben.
Damit sich andere Menschen auch so fit halten, opfert Stobbe sehr viel Zeit, ehrenamtlich, versteht sich. Jeden Sonntag und Dienstag in der Saison steht er, wenn es irgendwie geht, auf dem Bremenplatz. "Jeder, der möchte, kann zu mir kommen und für sein Abzeichen trainieren", wirbt er. Wobei es selbst guttrainierte Aspiranten beim ersten Anlauf schafften. Sportliche Leistungen wie Schwimmen, Weit- oder Hochsprung, Kugel- oder Schlagball, Sprint und Langstreckenlauf stehen im Anforderungskatalog, gestaffelt nach Geschlecht und Lebensalter. "Es müssen zum Beispiel alle Polizeibewerber das Sportabzeichen haben. Manchmal ist es ein richtiger Kampf", plaudert er aus dem Nähkästchen.
Zu kämpfen ist Manfred Stobbe bereit, für jede Bestzeit und jeden Zentimeter. Wenn es einem Bewerber mal nicht gelingt und er das Abzeichen nicht schafft, geht es dem Sportsfreund Stobbe nahe. Gemeinsam mit 17 weiteren Prüfern setzt er alles daran, die Zahl der Absolventen in diesem Jahr erneut zu toppen: Diesmal gilt es die 800er Marke zu knacken.
Doch nicht nur dem Breitensportler gilt seine Aufmerksamkeit. Auch Behinderte finden im Obmann einen Förderer, der sie gerne unterstützt. Ob Rollstuhlfahrer oder nach einem Herzinfakt: Rund 30 Behinderte schaffen mit ihm ihre persönlichen Bestleistungen. "Eine sehbehinderte Dame wollte die Strecke nicht alleine laufen, da bin ich eben neben ihr hergelaufen", berichtet er.
Manchmal arbeitet der pensionierte Personalleiter auch mit Tricks und Kniffen. Da lässt er schon mal einen Partner mitlaufen, dem er vorher genau erklärt hat, dass er auf gar keinen Fall vor dem Mitsportler die Ziellinie erreichen darf. Sportlicher Erfolg ist oftmals eben Kopfsache, manchmal aber auch eine Frage der Technik. So hält es Stobbe auch als Co-Trainer der LG-Süd, einer leistungsorientierten Leichtathletikgruppe im Alter von 15 bis 18 Jahren. "Manchmal üben Eltern einen riesigen Druck auf die Jugendlichen aus, da schreite ich schon mal ein", erklärt er. Aus sich selbst hingegen nimmt er den Druck noch lange nicht raus. Seinen Ruhestand mit Flanieren und Bummeln zu verbringen, käme ihm nicht in den Sinn. "Ich brauche den Sport und die Bewegung, das hat auch mein Arzt gerade wieder bestätigt", versichert er. Denn Sport ist für ihn weit mehr als nur ein Freizeit- oder Gesundheitsaspekt. Seine Aufgaben im Stadtsportverband und die vielen Kontakte, die daraus entstanden, halfen ihm auch in schweren Zeiten. Als seine Frau und sein Bruder in einem Jahr verstarben, wurde der Sport zum Mittelpunkt seines Lebens - Stobbe hingegen zum Mittelpunkt unzähliger Sportabzeichenbewerber.
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